Mitgefühl statt Bemitleiden & Selbstmitgefühl statt Bejammern

Mitgefühl heißt in Verbindung treten - mit uns selbst und mit anderen, und dabei auch bereit sein, unangenehme Gefühle zu  fühlen. Das Video dazu ist unten rechts mit deutschen Untertiteln abrufbar.
Mitgefühl heißt in Verbindung treten - mit uns selbst und mit anderen, und dabei auch bereit sein, unangenehme Gefühle zu fühlen. Das Video dazu ist unten rechts mit deutschen Untertiteln abrufbar.

Im Comic-Video erklärt US-Forscherin Brené Brown den Unterschied zwischen Mitgefühl und Bemitleiden. Ich mag den Film sehr, denn er zeigt mir, wie oft ich gegenüber mir selbst (nicht nur gegenüber anderen) wenig mitfühlend bin. Wie oft ich wie die Hirschkuh bemitleidend und abwertend zu mir selbst spreche, anstatt wie der Bär erst einmal mit all den unangenehmen Gefühlen bei mir mit zu fühlen und mir dann beizustehen. Statt in Verbindung mit mir selbst zu bleiben, würde ich dann am liebsten von mir selbst reißaus nehmen. Verbindung ist der Schlüssel - zu uns selbst und zu anderen!

 

Vier Dinge, die nach Theresa Wiseman (University of Southampton) Mitgefühl auszeichnen:

  • die Fähigkeit zum Perspektiven-Wechsel, d.h. die subjektive Sicht des anderen einnehmen und die Welt mit den Augen des Gegenübers sehen
  • nicht urteilen; stattdessen die persönliche Bedeutung und Sicht des anderen Menschen verstehen (aufgrund von dessen persönlicher Geschichte und der aktuellen Umstände) und sie als berechtigt gelten lassen (man muss sie deswegen nicht mögen oder teilen)
  • Gefühle des anderen wahrnehmen (=mit fühlen)
  • diese Gefühle auch benennen und dem anderen Verständnis für diese Gefühle aussprechen

Lasst Dich von dem Comic-Video anregen und beobachtet doch einmal eine Woche lang bewusst, wie oft Du Dich wie die Hirschkuh oder wie der Bär 1.) gegenüber anderen und 2.) gegenüber Dir selbst verhältst. Eine Strichliste könnte spannend sein!

Quellen:

Wiseman, Theresa (2007). Toward a holistic conceptualisation of empathy in clinical practice. ANS. Advances in nursing science 30(3), pp. E61-72.

charterforcompassion.org

Meditation zum Üben:

Mitgefühl mit sich selbst lässt sich üben - die Meditation "DVD der Woche" ist dafür geeignet

Weitere Infos zum Thema:

siehe: --> Selbstliebe

Mitfühlender mit sich selbst zu sein, und Mitgefühl mit anderen zu entwickeln - das sind zwei Seiten derselben Medaille. Beides können wir durch Bewusstheit fördern, indem wir liebevoller zu uns selbst UND liebevoller zu anderen agieren.
Der untenstehende Film der Cleveland Clinic spricht mit seinen Bildern die Möglichkeit an, in mitfühlenden Kontakt jenseits aller Worte zu gehen und die Perspektive zu wechseln. Für mehr Akzeptanz und gleichzeitig mehr Selbstverpflichtung, uns für das zu engagieren, was uns wirklich wichtig ist. Vgl. --> Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT).


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